• HomePage
  • Thailand
  RSS

Urlaub in Phuket

Der Traumurlaub auf der Insel Phuket

GALLERY

RECENT POSTS

  • Wellness auf Phuket
  • Der Ko Raya Archipel vor Phuket
  • Patong in Phuket
  • Die besten Reiseziele und Zeiten weltweit
  • Unruhen in Thailand finden kurzweiliges Ende
  • Phuket – Geographische Daten und beste Reisezeit
Home › Diebe

Flohmarkt der Diebe in Bangkok – Teil1

Published: Samstag, Mai 16th, 2009

Flohmarkt der Diebe in Bangkok

An jedem Samstag geschieht es aufs Neue. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden errichten fleißige Händler in einem ganzen Stadtviertel der Metropole ihre Zelt-Zeilen, breiten ihre Verkaufsdecken aus, oder montieren ihre transportablen Marktstände. Es müssen Tausende von Händlern sein, die hier Ameisen gleich jede begehbare Gasse, eine jede Treppenstufe, ja sogar Straßenbäume, Bauzäune und die Frontvergitterungen der hier ansässigen Geschäfte für ihre Waren in Beschlag nehmen. Viele Tonnen an Waren werden in Rekordzeit ausgeladen. Um 17 Uhr, wenn der Verkaufmarathon startet, muss ein jedes Lieferfahrzeug entfernt sein. Denn die Käuferscharen kommen pünktlich! Es grenzt an ein Wunder, aber klappt doch jedes Mal. Der Flohmarkt der Diebe, schon alleine der Name verleitet zum Aufhorchen! Finstere Gestalten, vermummte Banden gibt es hier aber nicht, nur Waren, Händler und Käufer. Waren können und werden durchaus oft aus Hehlereien aus Einbrüchen und Diebstählen entstammen, allein der Zustand mancher Dinge hier ist für diese Vermutung ein sicheres Indiz.
Kaum jemand würde z.B. sein Autoradio ausbauen und dabei die Kabel nur abreissen oder eine Digitalkamera der neueren Generation ohne das passende Ladegerät, die Bedienungsanleitung und das Futteral feilbieten. Doch zum Warenangebot selber kommen wir später noch. Historisch war dieser Diebesmarkt in einem ganz anderen Stadtviertel von Chinatown zu Hause, nämlich dem Nakhon-Kasem-Viertel, doch im Laufe der letzten 20 Jahre ist der Nakhon Käsern Market eher zu einem fast reinen Touristen-, Tand- und Andenkenmarkt geworden. Hehlerwaren werden nun unter anderen Sachen schon lange in einem recht versteckt gelegenen Stadtviertel angeboten. Thai wissen das natürlich und strömen an jedem Wochenende hier in wahren Scharen hin. Das Viertel kann man auf jeder besseren Strassenkarte grob mit dem Gebiet umreissen, in dem sich die Strassen: Mahachak, Worachak, Charoenkrung, Suar Pa Road und Thanon Phayabaan Klang miteinander vernetzen bzw. sich befinden. Eine spezielle Marktpolizei überwacht mit grossem Personalaufgebot die ungeschriebenen “Gesetze” dieses Marktes.

Händler hier sehen oftmals ganz und gar nicht heruntergekommen aus und bringen ihre Güter nicht selten in feudaleren Pickups oder grossräumigen Geländewagen her, aber es gibt auch noch die per TukTuk und Handkarren anreisenden Kollegen, die vielleicht noch nicht so lange „im Geschäft” sind. Die Marktpolizei kümmert sich im Wesentlichen um Streit bei Platzvergaben unter den Händlern und sorgt vorsorglich dafür, dass Fahrzeuge noch vor Marktbeginn entfernt wurden. Schon 2-3 Stunden vor dem Start ist in weitestem Umkreis keinerlei Parkfläche mehr auszuspähen. Marktbesuchern empfehle ich daher dringend, bei Anfahrt mit eigenem PKW, eine sichere Abstellmöglichkeit schon im Bereich des Hauptbahnhofes Hua Lamphong aufzusuchen. Dort ist es relativ sicher, beleuchtet und bewacht. Unvorsichtige Zeitgenossen brauchen sich später wirklich nicht zu wundern, das ihr eigenes Radio, Lenkrad mit Airbag oder die Rückspiegel auf einer Trottoirverkaufsdecke in einer Gasse des Marktes schon wieder ganz unschuldig nach einem neuen Besitzer AUsschau halten. Laternenparkplätze gibt es in ganz Chinatown kaum, in Armut lebende Einheimische dagegen sehr viele – und gebrauchtes Einbrecherwerkzeug jeder Art gibt ein paar Strassen weiter auf dem Diebesmarkt wirklich für ganz kleines Geld! Um Schlag 17 Uhr geht es dann so richtig los, denn nun rennen aus allen Anfahrtstrassen die Händler dorthin, die nur einen kleinen Platzbedarf haben. Sie führen ihre Waren in Rucksäcken oder Reisetaschen mit und füllen in wenigen Minuten die soeben noch mit Lieferfahrzeugen vollgestopften Strassen des Viertels. Inmitten der Strasse entsteht binnen einer Viertelstunde eine neue Marktzeile mit Decken auf dem Boden, einfachen Kartonstreifen oder faltbaren Klapptischchen. Es ist noch nicht an der Zeit für zaghafte Gemüter, nur die hartnäckigsten unter den Schnäppchenjägern machen sich nun auf die Socken und eilen mit noch leerem Rucksack auf dem Rücken in dem katastrophal unorganisiert wirkenden Gewirr herum und suchen gezielt nach Wertgegenständen wie Edelschreibgeräten, Markenuhren, man mag nicht glauben was es hier so alles gibt.

Ich selbst habe mir hier schon ein einmal benutztes GPS-Gerät gekauft, dessen Vorbesitzer wütend war, weil er die Menüführung nicht auf Thaisprache umstellen konnte. Eine Backup-Digitalkamera für meine Reportagereisen war hier nicht viel teurer, als die im Gehäuse noch befindlichen Akkus samt SD-Speicherkarte in jedem beliebigen Fachgeschäft gekostet hätten.
Das Warenangebot verrät oftmals die Herkunft der angebotenen Artikel, ein Standsortiment mit Stromadaptern, deutschsprachigen Reiseführern, Elektrorasierern, Schmuck und Reiseutensilien wird seinen Ursprung offensichtlich in einem oder mehreren Hotelzimmern gehabt haben. Computerfestplatten allerneuster Generation ohne jede Umverpackung aus 24er Packs in Styroporplatten sind in Minuten ausverkauft und „fielen” wohl vom LKW oder fehlen nun im Bestand der Festplattenwerke im Norden der Stadt. Am Montagmorgen wird es auf etlichen Baustellen Bangkoks recht lange Gesichter geben, wenn man im Elektrogeräteschrank nur noch gähnende Leere vorfindet. Mittlerweile hat jede noch so kleine Lücke in den Marktzeilen weitere Anbieter vorzuweisen, und auf den engen Gehwegen zwischen diesen beginnen die regulären Besucher ihren Marktrundgang. Fangfrisch von den Grossbaustellen der Stadt – Elektrowerkzeuge in Profiqualität aller namhaften Hersteller dieser Welt.

Es beginnt langsam zu dämmern, und mir fallen viele dieser kleinen neuartigen grell hellen LED-Taschenlampen auf, die fast jeder mit sich führt. Man kann so etwas auch für ein paar Baht kaufen, wenn man keine mitgebracht hat. Bei 40 Baht kann man da ja sicher nicht viel verkehrt machen. Nicht alle Händler haben eine Beleuchtung und Stromversorgung am Stand. Das Getümmel, das Hin- und Hergerenne der Profis auf der Jagd weicht einem gemächlichen, aber sehr dichtem Menschenstrom, der nun an den Ständen vorbeifliesst.

Tags: Bangkok, Diebe, Flohmarkt
Posted in Thailand | 2 Comments »

  • Archive

    • Januar 2012
    • November 2010
    • Oktober 2010
    • Juni 2009
    • Mai 2009
    • April 2009
  • Phuket Freunde

    • Amerikanische Goldmünzen
    • Bantayan
    • Bantayan Island
    • Thailand
  • Letzte Kommentare

    • Lilly bei Die besten Reiseziele und Zeiten weltweit
    • mietwagen darmstadt bei Flughafen Phuket
    • Werner Sonne bei Flohmarkt der Diebe in Bangkok – Teil1
    • Werner Sonne bei Willkommen!
    • Werner Sonne bei Phuket – Geographische Daten und beste Reisezeit


  • Impressum / Datenschutz
Copyright © 2012 Urlaub in Phuket . All rights reserved.
RSS Subscription: Entries RSS Comments RSS | WP Login, Valid XHTML
Powered by Wordpress.org